MMK 1 ::: Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main

MMK 1

Gründung und Architektur

Das Frankfurter Museum wurde im Jahre 1981 gegründet. 1983 fand ein offener Realisierungswettbewerb für die Planung des Museumsbaus statt. Der Wiener Architekt Hans Hollein wurde am 17. Mai 1983 mit dem 1. Preis ausgezeichnet und beauftragt das Projekt auszuführen. Am 6. Juni 1991 wurde das MMK 1 eröffnet.

Der Entwurf von Hans Hollein beruhte auf zwei Prämissen: Auf der einen Seite die städtebaulichen Überlegungen und die spezifischen Bedingungen des Grundstücks, auf der anderen Seite das Ausstellungsprogramm des Museums und seine funktionellen Konsequenzen für die Präsentation von Kunst für ein breites Publikum. Dabei stand die Kunst im Vordergrund – für den Inhalt und die Hülle.

Nach Hans Hollein kann es in einem Museum keinen neutralen Raum geben, "sondern nur charakteristische Räume unterschiedlicher Größenordnung (und ihre Erschließung), mit denen das Kunstwerk eine Dialektik eingeht – in gegenseitiger Potenzierung". Mit dem Museum für Moderne Kunst, das von den Frankfurterinnen und Frankfurtern sowie Liebhabern postmoderner Architektur "Tortenstück" genannt wird, hat er eine außergewöhnliche Leistung vollbracht. So ist es ihm gelungen, auf dem dreieckigen Grundstück einen dreieckigen Baukörper räumlich derart zu gliedern, dass ein Gang durch das Haus zu einem nachhaltigen Erlebnis wird. Kaum eine Besucherin oder Besucher ahnt beim Betreten des MMK 1, wie es von innen aussieht.

Der Haupteingang des Museums befindet sich an der Ecke Domstraße-Braubachstraße und schafft eine Zugänglichkeit und Anbindung zur historisch rekonstruierten Altstadt. Das Gebäude ist axial um eine zen­trale, von oben be­lich­tete Halle an­ge­legt, von ihr aus erschließen sich im visuellen Überblick die verschiedenen Bereiche und Geschosse des Museums. Was die Architektur in Spannung versetzt, ist das Verhältnis der einzelnen Räume zueinander, ihre Proportionen sowie die spezifische Lichtführung im gesamten Gebäude.

Die knapp vierzig Räume des MMK sind, bedingt durch die besondere Grundrissform des Hauses, derart individuell gestaltet, dass sie mit anderen Museumsräumen nur schwer verglichen werden können. Es herrscht ein Gleichgewicht der Kräfte: Die Besucherinnen und Besucher nehmen die Architektur über die Kunst und die Kunst mittels der Architektur wahr.


Serge Spitzer/Ai Weiwei, Ghost Gu Coming Down the Mountain, 2005/2006,
Installationsansicht MMK Museum für Moderne Kunst, Foto/photo: Axel Schneider © MMK Museum für Moderne Kunst

Sammlungspräsentation und Highlights

Für das MMK bietet die räumliche Erweiterung durch die 2014 eröffnete Dependance im TaunusTurm die lang ersehnte Möglichkeit, herausragende Werke der Sammlung dauerhaft zu präsentieren. Highlights und Klassiker der internationalen Gegenwartskunst erwarten die Besucher in der postmodernen Architekturikone von Hans Hollein an der Domstraße: Werke von Joseph Beuys, Alighiero Boetti, Hanne Darboven, Douglas Gordon, On Kawara, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Blinky Palermo, Gerhard Richter, Wolfgang Tillmans  und Andy Warhol gehören zu den Publikumsmagneten des MMK.

Parallel zur Sammlungspräsentation zeigt das Museum im MMK 1 große Wechselausstellungen und Retrospektiven von bedeutenden internationalen Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart im drei- bis viermonatigen Rhythmus.